Das SnapPap-Experiment

Seit ein paar Wochen gibt es ein neues Material auf dem Markt, das SnapPap heisst. Es wird als veganes Leder bezeichnet, ist aber aus Papier und trotzdem waschbar. Es lässt sich vernähen und man kann auch darauf malen, stempeln oder plotten. Ich habe nun erstmals damit genäht.

 

Ich habe vorher gelesen, dass man nicht seine beste Stoffschere verwenden soll, denn durch den Papieranteil wird diese stumpf. Ausserdem sollte man bei der Overlockmaschine aus dem gleichen Grund das Messer wegklappen.

Wenn man es vorwäscht, dann wird es weicher beim Verarbeiten, aber ich habe es ungewaschen vernäht. Demzufolge war das Wenden dieses festen Materials, wie erwartet, ziemlich schwierig, aber ich wollte lieber glattes SnapPap.

Das erste Projekt war diese einfache Reissverschlusstasche. Obwohl die Wendeöffnung gross war, war das Wenden wirklich schwierig. Das Material ist dabei geknittert, so dass es nun wie nach dem Waschen aussieht.

Das ist der gewollte Leder-Look, aber ich muss zugeben, dass ich kein knitteriges Material mag und verzichte daher auch gern auf Leinenstoffe. Es war ja keine Überraschung, ich wollte es einfach einmal probieren.

Wenn man gerade ein Täschchen für die Herbstferien braucht, um Ladekabel darin unterzubringen, dann ist es okay, aber Suchtpotential hat das Täschchen nicht.

Dann habe ich mich an eine Geldbörse gemacht - die Idee, der Schnitt und die tolle Anleitung sind von pattydoo.de.

Das gefällt mir schon wesentlich besser! Grundsätzlich war es nach dieser wirklich guten Videoanleitung nicht schwierig zu nähen, aber das sehe nur ich so, meine Nähmaschine sieht das anders. Obwohl ich eine sehr gute Maschine habe, noch dazu ein älteres, robustes Modell, hatte sie mit 3 Lagen SnapPap grosse Mühe. Einige Strecken musste ich tatsächlich mit dem Handrad der Maschine nähen und der Faden ist zwei Mal gerissen. Dadurch ist dann die Rückseite nicht perfekt - leider ist diese aber die Aussenseite und somit sichtbar. Nennt mich ruhig heikel, aber das ist eben der Nachteil, wenn man nichts wenden muss.

 

Ina von Pattydoo hatte wohl die gleichen Probleme mit ihrer Maschine, aber bei ihr sieht man es durch den Stoffbezug auf der Aussenseite wohl weniger. Ich habe diesen Stoffbezug weggelassen, da es einen Geschenk für ein Mann ist, der lieber Leder hat und ich dadurch nur SnapPap-Optik haben wollte. Ausserdem wäre dann noch eine Lage SnapPap hinzugekommen und dafür riskiere ich meine Maschine nicht.

 

Was mich aber sehr freut, ist die neue Verwendungsmöglichkeit für das tolle Sternengummiband!

 

Ich kann euch also noch nicht sagen, ob SnapPap und ich Freunde werden. Es war okay, aber Euphorie ist bei mir nicht gerade ausgebrochen. Es war kein sehr entspanntes Nähen, sondern schon ein "Chrampf" und beim Nähen blieb das Gefühl als hätte ich Bastelkarton bei meinen Kindern geklaut. ;-)

Vielleicht probiere ich es lieber mit Stempeln und Beschriften - oder vielleicht kommen in nächster Zeit noch andere Nähprojekte, bei denen unsere Freundschaft doch aufblüht.

 

Kreative Grüsse

Frau Nähmannsgarn

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Kommentare: 1
  • #1

    Rösi (Donnerstag, 15 Oktober 2015 14:23)

    Sälü Anett,
    bin eben auf deinen Blog gestossen. Deine SnapPap Werke lassen sich trotz deinen Bedenken sehen. Mir gefallen sie. Ich hab auch schon einiges genäht und bin der gleichen Meinung wie du. Das mit dem Wenden lass ich bleiben. Das Sternlielastic ist super! Nun will ich mal noch Labels mit SnapPap herstellen bzw beplotten. Mal schauen, wie das aussieht...
    Liebe Grüsse Simone